Spielbericht lesen vom Team U18/1 Weiblich
Spieltag: 1
Spiel: DM U18 in Saarbrücken

Bericht:


VG WiWa zum ersten Mal bei einer Deutschen Meisterschaft.

Lehrgeld wurde gezahlt und nun ist der Blick nach vorne zu richten, auf die nächste Saison.

Es waren einige lehrreiche Tage, die unsere ‚Sisters in Sports‘ U18 mit Ihrem Trainer in Saarbrücken verbracht haben. Bevor es ins Detail geht, muss gesagt werden dass die Platzierung die unsere VG beim Debüt auf einer DM erreicht hat, auf den ersten Blick enttäuschend wirkt.

Bei genauerer Betrachtung ist sie es aber nicht, denn aller Anfang ist schwer.

In Relation gesehen ist es nämlich in etwa dasselbe, als wenn man nach vielen Anläufen das allererste Mal bei einer Hamburger Meisterschaft erfolgreich ist, und dann zu einer Norddeutschen fährt. Der Anspruch wächst eben….

Zugegebenermaßen wären alle erfreut gewesen, wenn die Mannschaft besser abgeschnitten hätte, aber was noch nicht ist, kann durchaus beim nächsten Anlauf werden. Potential ist vorhanden. Nun zum Turnierwochenende.
Ansprechende Unterkunft im anliegenden Saarbrückener Olympiastützpunkt, eine megageile Halle, Super-Orga, Technik, Unterhaltung und Catering vom obersten Regal. Fast 100 (einhundert!!!) tierisch nette, in grüne Shirts gewandete Vereinsangehörige des Ausrichters TV Holz waren als ThekenkeeperInnen, HelferInnen, AnschreiberInnen und Hallenverantwortliche während dieses Turniers im Vorder- und Hintergrund tätig. Ein kollektiver Dank an Euch!!!
Die lange Anreise erfolgte bereits am Freitagnachmittag.
Der frühe Abend wurde genutzt um eine Trainingseinheit zu absolvieren und den einen oder anderen Blick auf andere Teams werfen zu können. Hier traten schon die ersten Fragen auf, bei denen wir merkten, dass wir unseren norddeutschen Wirkungskreis verlassen hatten. Von den Vereinen hatte man, wenn man sich mit den Volleyball-Landesauswahlen beschäftigt hatte, natürlich schon gehört und die Städte Dresden, Potsdam und Stuttgart sagten auch allen noch etwas, aber wo lagen eigentlich beispielsweise Borken, Lathen oder Planegg-Krailling? Ein Blick auf die Deutschlandkarte schaffte da schnell Abhilfe. Am Samstagmorgen ging es früh in die Halle und nach einer schönen Eröffnungszeremonie hieß der erste Gegner TSG Eislingen.
Obwohl über weite Strecken ausgeglichen, wurde den mitgereisten Fans schnell klar, dass die Mädchen nicht mit freiem Kopf spielten. Viele Spielzüge und Aktionen wirkten verkrampft und überhastet. Entsprechend wenig erfolgreich waren die Angriffe. Hinzu kam eine hohe Quote an Aufschlagfehlern und Abstimmungsprobleme bei Abwehr und Annahme.
Insofern ließ das Ergebnis der Niederlage von (16: / 21:) Platz zur Spekulation ob nicht etwas mehr drin gewesen wäre, wenn man sich nicht selbst unter Druck gesetzt hätte.
Mittlerweile stieg der allgemeine Lärmpegel in der Halle an und die Trommeln schienen nie zu verstummen da auf einem der drei Felder immer etwas los war.
Die Mädels machten sich für das zweite Spiel warm und Trainer Sergej hatte bis dahin versucht, den Druck heraus zu nehmen.
Leider vergebens, egal wie die Aufstellung aussah, die Mädchen spielten wiederum unter ihren Möglichkeiten und wirkten noch gehemmter als im ersten Spiel.
Das soll nicht heißen, dass es unansehnlich war, was sie machten, aber es fehlte an Mut. Leider eine Niederlage, die man von einem Gegner kassiert hatte, der absolut in spielerischer Reichweite war. (15: / 7:)
Enttäuschung über die eigene Leistung machte sich breit und die Aussicht im letzten Vorrundenspiel gegen die haushohen Favoriten Dresden antreten zu müssen, die bis dahin ungefährdet von Sieg zu Sieg geeilt waren, trug nicht grade zur Steigerung der Stimmung bei.
Sergej sah allerdings hier die Chance, die Einstellung der Mädchen zu ändern.
Aus der Position eines absoluten Underdogs heraus sollten sie einen guten Kampf liefern, was hieß: Rausgehen, einfach gegen die baumlangen Dresdnerinnen Volleyball spielen und jeden Punkt wie einen Sieg zu fühlen wurde die Devise des Spiels.
Die Ansage kam an.. Endlich bekamen die Fans und der Trainer die Wiwanerinnen zu sehen, die wir kennen.
Agil um jeden Ball kämpfend, pfiffig, risikobereit und jeden Punkt feiernd brachten sie Dresden zwar nur leicht ins Wanken, aber zumindest musste der Dresdner Trainerstab bei einer genommenen Auszeit im ersten Satz die Taktik der Mannschaft überdenken.
Den ‚Sisters in Sports‘ gelang in diesem Satz etwas, was auf dem Turnier nur noch der Dresdner Finalgegner Potsdam schaffte, und zwar 20 Punkte oder mehr.
Im zweiten Satz gab es zwar für WiWa nur 12 Punkte, aber das Spiel an sich war nicht weniger ansprechend.
Damit war die Vorrunde beendet und unsere Mädels mussten am späten Nachmittag noch gegen die bayrischen Meisterinnen des TV Planegg-Krailling im unteren Kreuzvergleich ran.
Aber wer glaubte, dass sich die Hamburgerinnen mit der Leistung gegen Dresden freigespielt hatten, sah sich getäuscht. Krailling zog im ersten Satz zunächst davon und trotz einer tollen Aufholjagd, die mit einer langen Aufschlagserie von Hannah Buss begann, war der Satz nicht zu retten.
Und der Schwung, der sich im ersten Satz entwickelt, hatte konnte leider nicht mit in den zweiten Satz genommen werden, denn etwa ab Satzmitte konnte sich Bayern absetzen. Mit 25:22 und 25:15 konnte Bayern den Sieg für sich entscheiden.
Alles in allem hatte man einen schweren Tag hinter sich und die Stimmung war bedrückt.
Auf jeden Fall bekamen die Mädels vom Trainer und allen mitgereisten Beteiligten Zuspruch sich nicht entmutigen zu lassen.
Als weitere Aufmunterung wurde von den Mädchen der alte Leitspruch eines Spielervaters verstanden, der besagt, dass wenn es mal nicht für einen Treppchenplatz bei einem Turnier reicht, dann dieses wenigstens nicht als Letzter abzuschliessen.
Am Sonntagmorgen waren die Mädchen in der Tat gut drauf und mussten im Duell gegen die Gastgeber vom TV Holz antreten.
Wohlweislich wurde den Mädchen nicht gesagt, dass in diesem Spiel für den Saarländischen Rundfunk Filmaufnahmen gemacht werden sollten, um nicht neuen Druck aufzubauen.
Gegen den TV Holz gelang dann schlussendlich der einzige Sieg auf diesem Turnier und die Mädels zeigten durchweg eine gute Leistung. (:21 / :17) Damit wurde immerhin noch Platz 15 gesichert und viel an Erfahrung von Spielerinnen und Trainer mitgenommen, wie man zukünftig an bundesweite Turniere herangehen muss.
Trainer Sergej und diejenigen Spielerinnen, die noch an der DM U16 teilnehmen, haben wertvolles Wissen erlangt, dass sie hoffentlich in Dresden verwerten können.
Insgesamt hat sich die Teilnahme an der DM und der damit verbundene Aufwand total gelohnt, da unsere Jugendlichen auf eine neue Ebene ihrer sportlichen Entwicklung gelangt sind und nächste Saison auf sicher wieder die Quali für die DM anpeilen werden.

Abschließend möchte der Trainer sich bei allen mitgereisten Fans und allen Eltern bedanken, die nicht nur für super Stimmung gesorgt haben, aber auch immer eine große Unterstützung bei solchen Events sind.
Vielen Dank dafür!


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