Spielbericht lesen vom Team U16/1 Weiblich
Spieltag: 2
Spiel: NDM U16/2017

Bericht:

Die U16 auch ‚tough bei den NDM!!!
Norddeutscher Vizemeister!!!

Unser diesjähriges U16 Synergieteam hat bei den NDM in Kiel am 18./19. März 2017 unter Beweis gestellt, dass es den Hamburger Meister-Titel verdient trägt.
Aber der Reihe nach…

Der späte Turnierbeginn am Samstag rechtfertigte eine kurze, aber intensive Trainingseinheit am Morgen für die Mannschaft, die sich ferienbedingt nie komplett vorbereiten konnte. Gegen 11.15 Uhr wurden dann alle und alles in die Autos verladen und gen Kiel gefahren. Kurzer Eincheck-Stopp in der DJH und gleich weiter, um pünktlich zu den Eröffnungsfeierlichkeiten in der Halle zu sein!

Gleich an dieser Stelle ein Riesendankeschön an Jörg Pelny samt Familie und den vielen weiteren KTVlerinnen und KTVlern, die ein solides und stimmiges Turnier auf die Beine gestellt haben. Ecke einrichten, Feldflaschen vorbereiten, Bereitlegen der Trikots und sonstigen Zubehörs wurden zügig erledigt und dann wärmten sich die Mädels wieder auf. Und trotz des morgendlichen Trainings wurde das erste Spiel das für unsere Mädchen typische ‚erste Spiel‘.

Es ging zum Auftakt gegen den Vizemeister aus Schleswig Holstein, die junge, aber ehrgeizige Truppe aus Neustadt. Bei den Hamburgerinnen lief nichts zusammen, die Mädels wirkten verschüchtert und ohne Vertrauen in ihr Spiel. Pech in Feldsituationen und darüber hinaus umstrittene Entscheidungen führten dazu, dass man gleich in die Verlängerung und den Satz schließlich abgeben musste.

Guter Rat war teuer. Torben versuchte die Mädels für den zweiten Satz wieder auf Spur zu bringen. Der zweite Satz begann zwar jetzt selbstbewusster, engagiert und kampfbetont, aber der eigentliche Befreiungsschlag war eine Aufschlagserie von Sabrina Bänsch, die aus einem leichten Rückstand einen Vorsprung machte, den die WiWanerinnen mit vollem Einsatz verteidigten. Beim Gewinn des zweiten Satzes war das Eis gebrochen, alles klappte, die Abstimmung zwischen den Spielerinnen passte und so ging auch der Tiebreak an die VG WiWa (27:29/19:25/9:15).

Im zweiten Spiel des Tages musste das Team gegen die Equipe aus Schwerin antreten. Dieses Spiel war eines der spielerischen Highlights des ersten Tages, fand als letztes statt und sowohl unsere als auch die Schweriner Mädchen zogen alle Register. Es wurde gezaubert, gefightet, gerufen, geflucht und bei Erfolg begeistert geschrien. Und das nicht nur auf dem Feld. Am Rand hatte sich eine interessierte Zuschauermenge eingefunden, die genauso mitging wie die Fans der spielenden Mannschaften.

Die jungen Zwillinge Stiriz beindruckten das Publikum wie so oft durch ihre wieselflinke Laufarbeit. Zuspielerin Jana schaffte es oft noch einen brauchbaren Pass aus dem Lauf heraus zu servieren und Sarah stellte sich in der Abwehr den härtesten Schmetterbällen und sprintete hinter jedem Ball her. Paulina Rowski ergänzte sie dabei hervorragend. Wieder musste der erste Satz in die Verlängerung und wieder musste er trotz aller Anstrengung abgegeben werden.

Der zweite Satz begann mit voller Power auf beiden Seiten, aber diesmal waren die Aktionen unserer immer noch angriffslustigen Spielerinnen von mehr Erfolg gekrönt, Lilly Faroß konnte ihre Körperlänge oft erfolgreich für die Blockarbeit und Angriff nutzen, Dorothee von Krosigks Schläge aus dem Hinterfeld saßen punktgenau und die Aufschläge aller Mädchen kamen bretthart rüber. Die Schwerinerinnen hatten keine Chance ihre gefürchteten Angriffe aufzubauen, der zweite Satz ging an uns und alle Zuschauer waren aus dem Häuschen da sie, egal auf welcher Seite des Feldes, granatenstarkes Volleyball sahen.

Der Tiebreak war eine Schlacht die die Schweriner Mädchen für sich entscheiden konnten und die mit Details zu beschreiben, den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde. Aber dass die WiWanerinnen im Kampf um den Titel noch ein Wörtchen mitzureden haben würden, stand nach diesem Spiel fest (25:27/25:16/9:15).

Auf jeden Fall kamen wir spät aus der Halle aber trotzdem hatten noch alle Lust auf den vom Trainer/Betreuer der HT16 angeregten ‚Hamburger Abend‘ im Bowlingcenter Kiel zu gehen. Schnell geduscht und eine warme Mahlzeit eingeworfen. Dann ging es los und wir hatten einen wirklich chilligen Abend mit den besagten HT16ern, den Ahrensburger Jungen und unseren Dauerlieblingsrivalinnen, den supernetten Mädels des VFL Geesthacht. Vielen Dank an Olli Camp für die Planung und Orga dieses Abends!

Am Sonntagmorgen wurde es dann wieder ernst. Gegen ebenjene Geesthachterinnen mussten wir im Überkreuzvergleich antreten um uns den Platz fürs Halbfinale zu sichern. In quasi freundschaftlicher Atmosphäre wurde das Spiel ausgetragen und leistungsgerecht von unseren Mädels eingefahren (25:18/25:16). Die Aufschläge kamen bei allen gut, die Angriffe solide rüber und die Abwehr stimmte ebenfalls. Man konnte also zuversichtlich in Richtung Halbfinale blicken.

Das Halbfinale ging gegen den Gastgeber KTV, die in der Vorrunde in einem brillanten Spiel den Favoriten Neubrandenburg schlagen konnten und damit ihre Gefährlichkeit bewiesen hatten. Und nach den ersten Bällen standen, inklusive WiWa Fanblock, alle wie erstarrt da. Praktisch ohne Gegenwehr lagen die WiWanerinnen nach gefühlt fünf Minuten 2:10 zurück. Die bärenstarke Außenangreiferin der Kielerinnen flößte den Mädchen offensichtlich großen Respekt ein. Aber nach der Auszeit bei dem Spielstand standen die Mädchen wieder auf und taten was sie am besten können: NIE aufgeben!

Und obwohl der Berichtende am Spielfeldrand daran zweifelte, dass sie bei einer Aufholjagd bei diesem Spielstand und einem derart starken Gegner Erfolg haben konnten, bewiesen sie ihm und allen anderen insgeheimen Zweiflern das Gegenteil. Punkt um Punkt kämpften sie sich heran um dann wieder den Anschluss zu verlieren und die Jagd ging von vorne los. Am Spielfeldrand saß mittlerweile niemand mehr, der in irgendeiner Form mit Kiel oder Hamburg zu tun hatte, es wurde angefeuert was das Zeug hielt.

Ohne das WiWa ein einziges Mal ausgeglichen, geschweige denn eine Führung erspielt hatte, besaß Kiel zum Finish bei 21:24 und eigenem Aufschlag drei Satzbälle.

Annahme Wiwa, gutes Zuspiel, Angriff …Kabääm! Punkt für WiWa!
22:24 und Aufschlagwechsel !
Sinja Reich geht mit dem Ball hinter die Grundlinie.
Völlig unverfroren, auf vollstes Risiko und augenscheinlich nicht einen Sekundenbruchteil über den Spielstand nachdenkend, serviert sie hammerharte Sprungaufschläge. Und zwar gleich drei davon! 1 Ass und 2 Bälle die nicht mehr zurückkommen. Beim Stand von 25:24 ging das ‚zäheste Team der Stadt‘ erstmals in Führung. Ein weiterer Aufschlag, ein Ballwechsel und subjektiv der spannendste 1. Satz dieser Meisterschaft endete 26:24 für VG WiWa!
Es ist eben wirklich erst dann vorbei, wenn es vorbei ist.

Im zweiten Satz spielte sich die Mannschaft förmlich in einen Rausch und ließ nicht zu, dass Kiel nochmal zu seinem Spiel kommen konnte. Hierbei sollte erwähnt werden, dass obwohl es sich immer um eine Mannschaftsleistung handelt, eine Spielerin der VG WiWa an diesem Wochenende und insbesondere in diesem Halbfinalspiel noch ein kleines Stück heraus ragte. Christina Kunigk, die ihre dritte und letzte Saison im U16-Synergieteam spielt, zeigte sich als die Säule des Teams auf dem Feld.

Als der Matchball für WiWa von den Kielern nicht mehr retourniert werden konnte, gab es kein Halten mehr. Ob Freudentränen, flüssiges Adrenalin oder schlicht zum Lösen der Spannung; weder am Spielfeldrand noch auf dem Feld blieben die Augen trocken (26:24/25:15).

An dieser Stelle wünschen wir alle der Kieler Spielerin, die sich bei Turnierbeginn verletzte, schnelle und gute Besserung!!!

Parallel zu unserem Spiel wurde nicht weniger emotionsreich das andere Halbfinale bestritten, aus dem Schwerin im verlängerten Tiebreak mit einem hauchdünnen Quäntchen mehr Glück als Sieger hervorging.

Das Finalspiel zwischen Schwerin und der VG WiWa wurde auf Großfeld ausgespielt. Torben schwor die Mädchen ein, locker in dieses Spiel zu gehen. Die Finalteilnahme an sich war schon mehr als das Klassenziel! Die Mädchen sollten ein gutes Finale spielen und der vollen Halle beweisen, dass sie zu Recht auf dem Feld standen.

Das Spektakel begann und die Mädels erspielten zunächst eine solide Führung. Tolle Ballwechsel, schnelle Reaktionen und sehenswerte Angriffe auf beiden Seiten machten aber auch schnell klar, dass Schwerin sich während des Turniers gegenüber dem Vorrundenspiel noch gesteigert hatte. Zur Mitte des ersten Satzes hatte Schwerin trotz aller Gegenwehr den Rückstand aufgeholt, gedreht und zog langsam aber sicher davon. Denn je mehr unsere Mädchen versuchten, Ihr Spiel offensiver zu gestalten, umso mehr Eigenfehler schlichen sich bei den Aktivitäten ein. So war es denn kein Wunder, dass die Schweriner Mannschaft den ersten Satz gewann.

Im zweiten Satz ein ähnliches Bild. Führung WiWa, zur Mitte Ausgleich und irgendwann setzte sich Schwerin ab. Dabei immer wieder Herzschlagballwechsel, geniale Aktionen und Patzer die zeigten, dass beide Mannschaften nach diesem langen Turnierwochenende an ihrem Limit spielten. Leider ging der Satz auch verloren und die WiWanerinnen beglückwünschten die Schweriner Mädchen zum Titelgewinn und sind erhobenen Hauptes und unter respektvollen Applaus der Zuschauer vom Feld gegangen.

Statt traurig zu sein, freuten sich unsere Mädchen, es endlich in ein Finale bei den NDM geschafft, ein gutes Endspiel geliefert und ein sensationelles Turnier gespielt zu haben.

Es sollen noch ein paar Namen erwähnt werden:
Zum ersten die Teammitglieder die nicht (oder nur kurz) zum Einsatz kamen. Katarina Kreft und Leonie Knegendorf, feste Bestandteile und aus dem Team nicht wegzudenken und mit den stabilsten Stimmbändern ausgestattet, die es gibt. Was Ihr zwei Tage lang am Feldrand an Unterstützung geleistet habt, ist für die Moral Eurer Mannschaft unglaublich wichtig.
Dann noch Annika Klaffke, für Dich gilt das Gleiche, trotz Deines Verletzungspechs und dem einhergehenden Sportverbot begleitest Du immer Deine Mannschaft, fieberst mit und stehst bei Ihnen.
Zum zweiten ohne Namensnennung: der WiWa-Fanblock. Egal welche Altersklasse unserer Mädchen wir grade zu begleiten haben!!! Ihr seid echt mega!!!

Sonst noch was?
Ach ja!!

Wenn es einen Grund zur Traurigkeit oder auch zum Ungemach gegeben hätte, dann den, dass wohl der Volleyballgott verhindern will, dass nach langen Jahren endlich mal wieder ein Hamburger Mädchenteam zu einer deutschen Meisterschaft kommt. Wahrscheinlich machen wir ihm Angst.

Nach all den Jahren seit 2013 in dem die WiWa-Mädels und auch andere Vereine Anläufe unternommen haben und mit guten Platzierungen oder gar mehrmals mit respektablen dritten Plätzen aufwarten konnten, konnten jeweils der NDM Meister und der NDM Vizemeister zu den ‚Deutschen‘ fahren. Ausgerechnet in diesem Jahr macht uns irgendein abge….., ver……… Regularium einen Strich durch die Rechnung, das besagt, dass Norddeutschland nur die Meister schicken darf.
Vielen Dank dafür !!!

Liebe WiWanerinnen, als der Berichtende, der Euch all die Jahre schon begleitet MUSS ich drei Sätze dazu sagen:
Für mich und alle Eure Fans seid Ihr in diesem Jahr genau einen Platz hinter Schwerin, wenn die Rangliste der Deutschen Meisterschaft / U16 veröffentlicht wird, nichts anderes. Denn Ihr habt in der Halle auch diesen Rückschlag hingenommen wie nur wahre Meister es können, mit Würde! Ihr seid schlicht große Klasse!!!


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